Die letzte Etappe der Trans Schwarzwald führte von Niederhof am Oberrhein auf den höchsten Berg des Schwarzwalds, dem Feldberg. Auf der Strecke von 62,7Km mussten die Fahrer 2000Hm überwinden.

Sarah Zimmerling wird auf dem Feldberg erneut vierte (+23,24) und belegt in der Gesamtwertung am Ende ebenfalls den vierten Rang (+2:05:19). Als beste deutsche hatte sie gegen die starke internationale Konkurrenz kaum eine Chance. Auf der längsten Etappe (#4) nach Niederhof zeigte sie sich sehr stark, konnte bis zum letzten Anstieg mit der Gesamt- zweiten Milena Landwing (Centurion Vaude) mithalten und wurde im Ziel dritte. Somit konnte sie die Belgierin Daphn Van den Brand, die schon Radquer Weltmeisterin war, sogar einmal besiegen. Ansonsten waren bei den Damen die Rollen klar verteilt. Die Gesamtsiegerin ehemalige Marathon- Weltmeisterin aus Finnland Pia Sundstedt (Rocky Mountains) dominierte mit 5 Etappensiege deutlich und hatte auf dem Feldberg im Gesamtklassement fast 54min Vorsprung auf die Schweizerin Milena Landwing. Landwing belegte auf jeder Etappe den zweiten Rang. Zimmerlin konnte die Gesamt-fünfte Andrea Meier (soq.de) aus Deutschland aber mit über 55min im Gesamtklassement deutlich distanzieren und gewann auf jeder Etappe die Altersklasse der Damen.



Für Pascal Ketterer verlief die Etappe alles andere als nach Plan. Kurz vor dem Startschuss stach den Allergiker eine Wespe in den Oberschenkel. Da die Bergwacht schon unterwegs in den Zielort war, konnten die Betreuer keine Medikamente oder Calcium mehr besorgen. Mit der aussichtsreichen Position in der Gesamtwertung startete der 22-jährige in das Rennen, bekam aber schon nach mehreren Kilometern schwere Atembeschwerden. Die begleitenden Ärzte konnten Ketterer nicht helfen, da sie nur für Unfälle eingeplant sind. Er musste die Spitzengruppe ziehen lassen und versuchte gegen die Atemnot anzukämpfen und dennoch nicht zu viel Zeit zu verlieren. „Das war eine einzige Qual den ersten, knapp 20Km langen Berg nach oben. Aber ich wollte heute das Ziel in der Top 10 der Gesamtwertung erreichen, also habe ich gekämpft und mich durchgebissen“. Große Unterstützung bekam er von Teamkollege Björn Herrmann, der sich in starker Verfassung zeigte und Ketterer immer wieder motivierte das Rennen nicht zu beenden sondern weiter zu fahren. Als die Konkurrenz auf den welligen Kilometern vor dem 10Km langen Schlussanstieg die Beine ein wenig hängen ließ fuhr Herrmann als Lokomotive seinen Teamkollege wieder an die Verfolgergruppe heran. Hinauf zu Feldberg büßte er dann zwar noch einmal 3:30min auf diese Gruppe ein und wurde 14. (+7:31). Ketterer musste aber in der Gesamtwertung nur Heiko Gutmann (Rothaus-Poison) wieder passieren lassen. Gutmann zeigte sich auf den Feldberg ganz stark, kam als 5. mit 22sec Rückstand ins Ziel und hatte somit über 7min Vorsprung auf Ketterer. „Schade dass dieses, für mich sehr erfolgreich verlaufene Etappenrennen mit so einer Etappe zu Ende gehen muss. Heute war es ein Sieg über mich selbst, ich habe extrem gelitten und wollte mehrfach aussteigen, aber am Ende habe mein Ziel erreicht“ so Ketterer total entkräftigt im Ziel. In der Gesamtwertung belegt er den 9. Rang und wird somit 6. der Altersklasse Herren.


Die letzte richtige Bergetappe kam Felix Günter wieder besser entgegen als das Sägezahnprofil des Vortages. Schon vom Start weg fühlte er sich gut und so versuchte er sich so weit vorn wie möglich im Feld zu halten. Nach wenigen Kilometern bildete sich eine schnelle Verfolgergruppe. Günter gelang es sich dort lange aufzuhalten und den Abstand auf weitere Fahrer zu vergrößern. Bis Kilometer 52 fuhr er so beherzt mit. Dann folgte der letzte lange Aufstieg hinauf zum Feldberg. Günter hatte noch einige Kraftreserven und fuhr von Beginn der Steigung an seinen eigenen Rhythmus. Es gelang ihm die Gruppe hinter sich zu lassen. Bis zum Finale über eine extrem steile Skibrücke und eine darauf folgende Wiese biss er sich wacker durch und beendete die letzte Etappe mit seinem besten Ergebnis. Als 26. der Single-Klasse fuhr er über die Ziellinie. "Ich merkte früh, dass heute nochmal richtig Druck in den Beinen war. Da mir das Streckenprofil sehr entgegen kam konnte ich mich nochmal richtig auspowern! Ich bin super zufrieden mit dem Ergebnis heute und mit dem ganzen Rennen. Keine Stürze oder Defekte hinterten mich und ich konnte so einige Erfahrungen sammeln und meine Form bis zum Schluss unter Beweis stellen."



Björn Herrmann und Valentin Fiderer erreichten ebenfalls den Feldberg. Nach der Auflösung ihres Teams fuhren sie getrennt die letzten drei Etappen zu Ende. Hermann zeigte gerade auf der letzten Etappe hinauf zum Feldberg eine super Leistung. Valentin Fiderer kämpfte sich trotz des Infekts über die 5 Tage und finishte am Sonntag dennoch mit einem Lächeln im Gesicht am Feldberg. Er nutzte die restlichen Etappen als sehr gutes Grundlagentraining. "Sehr schade, dass es dieses Jahr nicht so gelaufen ist, aber dagegen kann man nichts machen", so der Ravensburger der aufgrund eines Infektes nicht an seine Leistungen vom vergangenen Jahr anschließen konnte.

Ergebnisliste Stage 5

Gesamtergebnisliste

Fakts zur Trans Schwarzwald



VMTS Stage 4 Ultra Bike La Palma